Abgebrochen: Mr. Robot nach Staffel 2

Abgebrochen: Mr. Robot nach Staffel 2

- Matt

In meiner Serienliste steht Mr. Robot mit zwei von vier Staffeln. Das ist kein Versehen, sondern eine Entscheidung, und ich schreibe sie auf, weil sie mir schwergefallen ist.

Was die Serie richtig macht

Sie ist die einzige, bei der ich als Entwickler nicht zusammenzucke. Terminals zeigen echte Befehle, die auch das tun, was auf dem Bildschirm passiert. Kein rotierendes 3D-Dateisystem, keine Fortschrittsbalken mit der Aufschrift „Hacking”. Als jemand, der jahrelang Filme gesehen hat, in denen nmap magische Dinge tut, war das eine Wohltat.

Auch der Rest der Machart ist beeindruckend. Die Bildgestaltung setzt Figuren konsequent an den Bildrand, was den ganzen Ton der Serie prägt, bevor jemand ein Wort gesagt hat. Rami Malek trägt das über weite Strecken allein.

Warum ich trotzdem aufgehört habe

Staffel zwei hat mich verloren. Nicht wegen der Wendungen, die kannte ich zum Teil schon, sondern weil die Serie anfängt, ihre eigene Verwirrung zum Selbstzweck zu machen. Lange Passagen, in denen unklar bleibt, was tatsächlich passiert, sind einmal ein starkes Mittel. Über zehn Folgen hinweg wurden sie für mich zur Zumutung.

Dazu kommt etwas Persönlicheres: Die Serie ist konsequent trostlos. Das ist ihr gutes Recht und Teil ihres Themas. Ich habe nach einem Arbeitstag aber gemerkt, dass ich sie aufschiebe, und das ist bei einer Serie das eindeutigste Signal.

Ob ich es nachhole

Man sagt mir, Staffel drei fange sich wieder und das Ende sei stark. Das glaube ich sogar. Trotzdem liegen zwei Staffeln zwischen mir und diesem Ende, und ich müsste vorher noch einmal von vorn anfangen, weil ich die Hälfte vergessen habe.

Vielleicht der Punkt, an dem ich ehrlicher bin als sonst: Nicht jede gute Serie ist eine Serie für einen selbst. Ich habe lange gebraucht, um das ohne schlechtes Gewissen aufschreiben zu können.