Warum hier keine Kommentare mehr sind

Warum hier keine Kommentare mehr sind

- Matt

Im Jahresrückblick stand als Nebensatz, dass die Kommentarfunktion beim Umzug verschwunden ist und ich nicht weiß, ob ich sie vermisse. Der Satz hat mich seitdem beschäftigt.

Zur Vorgeschichte: In der WordPress-Zeit gab es Kommentare, und sie bestanden zu 95 Prozent aus Spam. Nicht der plumpen Sorte, die ein Filter erwischt, sondern die mit drei freundlichen Sätzen zum Thema und einem Link in der Signatur. Das Aussortieren hat regelmäßig mehr Zeit gekostet als das Schreiben.

Was dagegen spricht

Ein statisch erzeugter Blog hat keinen Server, der etwas entgegennehmen könnte. Kommentare bedeuten also entweder einen Dienst wie Disqus, der Nutzerdaten abgreift und meine Datenschutzerklärung von einer halben Seite auf drei aufblähen würde, oder eine Lösung über GitHub-Issues, die voraussetzt, dass Leser einen GitHub-Account haben. Beides passt nicht.

Dazu kommt: Bei den meisten Beiträgen hier wäre ein Kommentarfeld schlicht leer. Eine Notiz über git maintenance löst keine Diskussion aus.

Was dafür spricht

Genau ein Argument, aber ein gutes: Korrekturen. Zweimal hat mir jemand per Mail geschrieben, dass ein Codebeispiel nicht funktioniert. Beide Male hatte die Person recht, beide Male habe ich es stillschweigend behoben. Bei einem Kommentar hätte der nächste Leser den Hinweis direkt gesehen, statt in dieselbe Falle zu laufen.

Das ist der Teil, den ich vermisse. Nicht die Diskussion, sondern die Fehlerkorrektur durch Leute, die es besser wissen.

Wie ich es lasse

Bei der Mailadresse, die ohnehin im Impressum steht. Wer einen Fehler findet, schreibt mir, und ich schreibe die Korrektur in den Beitrag. Das ist langsamer als ein Kommentar, aber es hat keinen Spam, keine externen Dienste und keinen zusätzlichen Absatz in der Datenschutzerklärung.

Was ich mir vornehme: Korrekturen künftig sichtbar machen statt still einzupflegen. Ein Hinweis am Ende des Beitrags, wer worauf hingewiesen hat. Das ist das Wenigste.